Wer Modedesign an der Designschule Schwerin lernt, begegnet unweigerlich Frau Brodrück. Seit einigen Jahren unterrichtet sie im Fachbereich Modedesign – vor allem Modellentwicklung und Kreatex. Ihr Herz schlägt für die Verbindung von Kunst, Handwerk und Mode, und genau diese Begeisterung bringt sie in jeden Unterrichtstag mit.
Im Interview erzählt sie, wie sie ihren Weg vom Kostümbild zum Modedesign gefunden hat, was sie an der Schule besonders schätzt und wie für sie ein perfekter Tag aussieht.
DANKE an Frau Brodrück für das Gespräch – und euch viel Spaß beim Lesen! 🧡
Was hat dich damals dazu gebracht, Mode zu deinem Beruf zu machen – gab es einen bestimmten Moment oder Menschen, der dich inspiriert hat?
„Bei mir müsste man eigentlich eher sagen: Kostüm und Mode. Ich habe Abitur gemacht, bin dann von der Kleinstadt nach Berlin gezogen und habe dort Kostümbild studiert. Mode und Kunst haben mich schon immer fasziniert – besonders die Verbindung beider Bereiche. Ursprünglich wollte ich Schmuckdesign machen, weil sowohl meine Mutter als auch mein Opa Goldschmied:in waren. Ich habe viel Zeit in der Werkstatt verbracht und fand es unglaublich beeindruckend, dass man etwas zeichnet und es irgendwann fertig in den Händen hält – und dass es sowohl einen selbst als auch andere Menschen glücklich macht.“
Aber? 👀
„Meine Mutter hat mir aber davon abgeraten. Sie meinte, das habe wenig Zukunft und würde teilweise auch nicht so erfüllend sein – durch die Fülle an Modeschmuck heutzutage leisten sich nur noch wenige Menschen handgefertigte Schmuckstücke. Also habe ich mich in verschiedenen Praktika ausprobiert: in einer Hutwerkstatt, beim Bühnenbild für ein Puppentheater (dort habe ich Hintergründe für Vorstellungen gestaltet und Maskottchen-Kostüme für Werbeauftritte mitgemacht), später auch im Kostümbereich an der Oper. Und beim letzten Praktikum habe ich gemerkt: Das ist es, was mich wirklich fasziniert! Vorher war es immer dieses Gefühl, ich möchte etwas Handwerkliches machen, das sich mit dem Künstlerischen verbindet – und die Praktika haben mich schließlich in die richtige Richtung geschubst. Also habe ich mich an der Universität der Künste in Berlin beworben und dort vier Jahre lang Kostümbild studiert.“
Ein Praktikum beim Hutmacher?
„Ja! Weil ich anfangs nicht wusste, was ich machen soll, wollte ich erstmal ganz viel ausprobieren. In der Hutwerkstatt habe ich dann wieder genau diese Verbindung zwischen Design und Handwerk entdeckt, die mich so fasziniert.“
Wann und wo kommt das Nähen in deiner Geschichte vor?
„Das habe ich schon in meinen Teenager-Jahren gelernt – von der Mutter meiner besten Freundin. Das hat mich total begeistert. Ich habe meine ersten Kleidungsstücke genäht und wusste sofort: Damit möchte ich weitermachen.“
Und wer hat dich auf deinem ganzen Weg inspiriert?
„Es waren verschiedene Lebenssituationen und Menschen, die mich begleitet haben. Meine Familie hat mich immer sehr inspiriert – vor allem die Arbeit meiner Mutter als Goldschmiedin. Noch heute laufe ich oft an kleinen Schmuckgeschäften oder Manufakturen vorbei und denke mir: Vielleicht hätte ich den Weg als Goldschmiedin einschlagen sollen? Aber am Ende ist es gut so, wie es jetzt ist“
Aus ganz persönlicher Sicht möchte ich dazu sagen, dass du als Goldschmiedin wohl nicht an unserer Schule wärst… Insofern freue ich mich sehr, dass alles so gekommen ist, wie es gekommen ist!
Wie ging’s nach den Praktika und dem Studium weiter?
„Nach dem Studium bin ich durch Zufall ans Stadttheater Bern gekommen und habe dort als Kostümassistentin gearbeitet.“
Welcher Zufall war das?
„Eine ehemalige Dozentin aus meinem Studium hat mich angerufen und mir von der Stelle erzählt. Sie meinte, die Schweiz sei wunderschön und auch das Theater sei besonders. Ich bin hingefahren, habe es mir angesehen, mich sofort verliebt und direkt zugesagt.
Das war meine erste Festanstellung. Ich habe in einem großen Team gearbeitet, mit unglaublich vielen Berufen innerhalb des Theaters. Es war kreativ, es war immer etwas los – und alle hatten richtig Lust auf ihre Arbeit. Das hat mich sehr geprägt. Besonders begeistert hat mich die Teamarbeit: zu sehen, wie Großes entstehen kann, wenn alle mit anpacken.
Geprägt hat mich auch meine Selbstständigkeit als Kostümbildnerin für Tanztheater und Schauspiel. Außerdem habe ich schon damals unterrichtet – allerdings eher in Form von Workshops, nicht so wie heute. Durch die Selbstständigkeit habe ich gelernt, wie wichtig Organisation ist und dass man die Verantwortung für alles trägt, was man tut. Ein Teil meiner Selbstständigkeit war auch die Zusammenarbeit mit Frau Lobeck: Gemeinsam haben wir Taschen entworfen und hergestellt.“
Das habe ich schon mal gehört! Macht ihr das jetzt nicht mehr?
„Aktuell fehlt uns dafür die Zeit. Wir haben zwar das Atelier und die Maschinen noch, und wenn eine Anfrage kommt, setzen wir das vielleicht auch nochmal um – aber nicht mehr so regelmäßig wie früher.“
Und ein weiterer Pfeiler deiner Selbstständigkeit ist natürlich auch die Designschule! Hier unterrichtest du mehrere Tage die Woche unsere Modeklassen. Machst du beruflich aktuell noch etwas anderes?
„Ja, ich entwerfe weiterhin Kostüme – allerdings nur noch für einen Choreografen in England und seine freie Tanzkompanie. Die arbeiten projektbezogen: Wenn Ideen und Geld da sind, setzen wir Stücke um. Oft sind es moderne Produktionen, manchmal auch Ballett, manchmal sehr märchenhaft. Bevor wir gesprochen haben, habe ich gerade noch an Entwürfen gesessen! Die nächste Premiere ist erst in einem Jahr, aber die Vorbereitung läuft schon jetzt. Außerdem bin ich fest im Pfefferwerk in Berlin angestellt, wo ich Berufsorientierung für Teenager organisiere.“
Wow, das klingt richtig spannend! Wie wurdest du Dozentin an unserer Schule?
„Karoline Lobeck hat mich gefragt. Ich habe immer viel gezeichnet und viele Entwürfe gemacht – und die technischen Mittel sind ja ähnlich. Sie wollte, dass ich Modegrafik und Modeillustration unterrichte. Und das habe ich dann gemacht.“
Und was macht dir am Unterrichten am meisten Spaß?
„Ich liebe den Austausch mit anderen Menschen und das Weitergeben von Wissen. Eigentlich wollte ich gar nicht in die Lehre gehen, aber dann habe ich gemerkt, wie viel Spaß das macht: Etwas zeigen, und andere entwickeln daraus etwas Eigenes. Eine Klasse über ein Semester begleiten, die Fortschritte sehen, mitzuerleben, wie jede:r eine eigene Handschrift entwickelt – das ist großartig. Und oft überraschen mich die jungen Menschen mit der Art, wie sie Projekte anpacken und umsetzen. Diese Überraschungen liebe ich!“
Wenn du an deine Zeit an der Designschule denkst: Was macht diesen Ort für dich so besonders?
„Da gibt es vieles! Jedes Semester ist anders, ständig entsteht Neues. An einer Uni könnte ich nicht unterrichten – nur Theorie vermitteln, ohne dass daraus etwas Praktisches entsteht… Da würde mir was fehlen. Hier an der Schule passiert genau das: Es entsteht Neues, und jede:r kann die eigene Persönlichkeit ausdrücken.
Außerdem ist es sehr familiär: Ich kenne die Schüler:innen, die Schüler:innen kennen mich, und auch im Team – Verwaltung und Dozent:innen – herrscht ein vertrauensvoller Umgang. Das macht die Arbeit hier besonders.“
Was versuchst du deinen Schüler:innen mitzugeben – fachlich, aber auch persönlich?
„Ich ermutige sie, mit offenen Augen und Sinnen durch die Welt zu gehen. Überall begegnet einem Inspiration – man muss nur bereit sein, sie zu sehen. Inspiration sollte nicht nur in der Mode gesucht werden, sondern auch darüber hinaus. Wichtig ist, mutig zu sein und Dinge auszuprobieren. Fehler sind erlaubt, man lernt daraus. Und genau dafür ist die Ausbildung hier der richtige Ort.“
Wir haben genug über die Arbeit gesprochen! 😄 Wie sieht für dich der perfekte Tag außerhalb der Schule aus?
„Keine Termine, Handy aus, meine Lieblingsmenschen um mich herum… Anfangs dachte ich bei der Frage „Garten, Natur, Ausstellungen“. Aber am Ende habe ich gemerkt: All das trägt zum perfekten Tag bei, aber die Basis sind die Menschen – das ist das wirklich Entscheidende.“
Ok, also ohne Handy mit Lieblingsmenschen durch die Natur wandern?
„Oder durch die Stadt – geht beides.“
Was würdest du jemandem raten, der überlegt, Mode an der Designschule zu lernen?
„Trau dich!“
Sehr schön, ganz kurz und knapp. Danke!
Wer Frau Brodrück im Unterricht erlebt, merkt schnell: Hier treffen Leidenschaft und Erfahrung aufeinander. Mit ihrer Begeisterung für Kostüm und Mode ermutigt sie Schüler:innen, sich zu trauen, Neues auszuprobieren und ihre eigene Handschrift zu entwickeln.
Und wer noch mehr über Frau Brodrück erfahren möchte: Auf Instagram haben wir ihr fünf „Quick Questions“ gestellt – plus weitere Fotos. Schau unbedingt vorbei!
Unsere Ausbildung im Modedesign an der Designschule Schwerin bietet dir genau diesen Raum: kreative Projekte, praxisnahes Arbeiten, moderne Werkstätten und Dozent:innen, die dich individuell begleiten.
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Mehr Infos zur Ausbildung findest du HIER.





