Wer Modedesign an der Designschule Schwerin lernt, kommt an
Frau Kraft nicht vorbei. Seit der Eröffnung des Fachbereichs im Jahr 2004 ist sie dabei – und gehört längst zum Inventar des Fachbereichs. Sie unterrichtet Verarbeitung, Maschinenkunde und sogar Mathematik – und kennt jede:n unserer Mode-Schüler:innen.
Im Interview erzählt sie, wie sie zur Mode gekommen ist, an welche Projekte sie sich besonders gern erinnert, was sie außerhalb der Schule begeistert und wo sie diesen Sommer unterwegs ist.
Danke an Frau Kraft, für die Zeit und euch viel Spaß beim Lesen!
Wie bist du ursprünglich zur Mode gekommen – war das schon immer dein Plan oder eher ein Zufall?
„Ich wollte schon als kleines Mädchen nähen lernen und hab dann irgendwann einfach angefangen! Zuerst habe ich kleine Kleidchen für meine Puppen gemacht, später wollte ich Maßschneiderin werden, aber das hat leider nicht geklappt.“
Warum nicht?
„Zu DDR-Zeiten waren die Lehrstellen sehr begrenzt – da hat vieles nicht so funktioniert, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte.“
Und dann?
„Bin ich in die Industrie gegangen. Dort habe ich nähen gelernt und danach Bekleidungstechnologie studiert. Außerdem habe ich noch eine Weiterbildung zur Lehrausbilderin gemacht – das war 1989 bis 1990, also noch zu DDR-Zeiten. Damals wussten wir nicht, ob wir überhaupt den Abschluss bekommen würden – aber hat ja offensichtlich geklappt!“
(Anm. d. Red.: 1989/90 war die Zeit der Wende – viele Ausbildungen, die noch zu DDR-Zeiten begonnen wurden, standen auf der Kippe. Es war unklar, ob diese Abschlüsse nach der Wiedervereinigung anerkannt würden.)
Wie bist du dann zu uns an die Schule gekommen?
„Anfang der 2000er habe ich in einer Maßschneiderei gearbeitet. 2004, kam die Schule auf mich zu und fragte, ob ich einmal die Woche Verarbeitungsunterricht geben möchte. In der Zeit wurde ich sozusagen vom Laden ausgeliehen – der Laden hat Geld für mich bekommen. Nach zwei Jahren wollte ich das aber nicht mehr. Also habe ich im Geschäft gekündigt und bin fest an die Schule gekommen. Mich gibt es also so lange, wie es den Modebereich an der Schule gibt! Ich habe schon fast ein Stempelchen auf dem Rücken: Inventar.“
Gibt es ein Projekt aus deiner Zeit hier, an das du dich besonders gern zurückerinnerst?
„Ziemlich am Anfang – ich weiß gar nicht mehr, wie das Projekt genau hieß – haben wir Stoffe aus Afrika bekommen und sie im Unterricht umgesetzt. Afrikanische Stoffe, Drucke und Muster… Die waren einfach ganz anders als das, was wir sonst hatten.
Die Farben, die Muster – und auch die Outfits, die daraus entstanden sind – waren eben besonders. Schwarze Stoffe gab es gar nicht, alles war bunt! Das war toll, aber ist schon sehr, sehr lange her.“
Wenn du auf deine Laufbahn zurückblickst: Was hättest du gern früher gewusst oder dir selbst geraten?
„Oh, da habe ich letztens gerade drüber nachgedacht! Wenn ich wieder 20 wäre, würde ich genau das Gleiche machen! Ich habe gar keine andere Idee, was ich sonst machen soll, was ich lieber machen würde… Der Job macht mich definitiv glücklich und ich mache ihn immer noch sehr gern.“
Was begeistert dich daran bis heute?
„Mir macht es immer noch Spaß, den jungen Leuten das Nähen beizubringen. Auch wenn man denken könnte: Irgendwann sollte man die Nase voll haben – ich mache es immer noch gern!
Es ist einfach toll, zur Arbeit zu gehen und jeden Tag zu denken: Ich mag, was ich hier mache!“
Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften findest du für angehende Mode-Designer:innen besonders wichtig?
„Nicht unbedingt nur das entwerfen, was man selbst gern trägt! Über sich hinauszuschauen, über den Tellerrand zu gucken – das ist meiner Meinung nach wichtig.“
Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?
„Ich stehe um halb sechs auf und habe erstmal anderthalb Stunden Zeit, um in Ruhe wach zu werden: ins Bad gehen, gemütlich frühstücken, Zeitung lesen… einfach entspannt in den Tag starten. Um sieben fahre ich dann los zur Schule. Das dauert ungefähr eine Stunde. In der Schule angekommen arbeite ich meinen Stundenplan ab. Wenn ich in der Schule bin, bin ich immer für alle Schüler:innen ansprechbar – egal, ob es gerade auf dem Plan steht oder nicht.
Und wie geht’s nach Feierabend weiter?
„Meist geht’s direkt nach Hause, da bin ich kurz nach 17 Uhr. Ich nutze die Autofahrt oft, um über Fragen der Schüler:innen nachzudenken, wenn ich im Unterricht nicht direkt eine Antwort parat hatte. Zu Hause mache ich Abendbrot – aber nur, wenn ich dran bin. Ich koche nur alle zwei Wochen! Mein Mann hatte vor zwei Jahren die Idee, wir könnten wöchentlich tauschen – das habe ich dankend angenommen. Funktioniert super!
Und wenn ich nicht mit Kochen dran bin, entspanne ich.“
Okay, genug über die Schule gesprochen! Was machst du, wenn du mal nicht an Mode denkst – hast du kreative Hobbys oder brauchst du dann bewusst Abstand?
„Meine Hobbys sind lesen, nähen, stricken… und ein bisschen Gartenarbeit. Außerdem gehe ich gern wandern – da kann ich den Kopf richtig ausschalten, runterkommen und entspannen.“
Wir wissen, dass du sehr gern reist… Wo warst du denn schon überall?
„Oh Gott! Da kommt einiges zusammen – ich versuche es der Reihe nach:
Tschechien, Bulgarien, Niederlande, Österreich, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Irland, Madeira, Malta, Mallorca, Teneriffa, Italien, Spanien, Peru, Kuba, Costa Rica, Singapur und Australien… Ich glaube, das war’s. Bei meinem Mann steht als nächstes Ziel Neuseeland ganz oben auf der Liste! Meistens schaut er, wo wir hinwollen.“
Beeindruckende Liste! Gibt es ein Land, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
„Mein persönliches Highlight ist Australien. Da waren wir schon zehn Wochen lang und fliegen dieses Jahr nochmal. Ich fürchte, ein drittes Mal wird’s nicht – mein Mann will nicht mehr.“
Hast du Pläne für diesen Sommer?
„Vier Wochen Australien! Wir fahren von Perth bis Broome mit dem Camper – einmal die Westküste hoch. Zwischendurch machen wir immer wieder Tagesausflüge. Es gibt dort die Quokkas – Mini-Kängurus. Wenn man ruhig ist, kommen die sogar zu einem heran!“
Klingt traumhaft – gibt es etwas, das du dieses Mal unbedingt erleben willst?
„Dieses Mal will ich unbedingt den Wave Rock sehen. Mein Mann möchte unbedingt mit Walhaien schwimmen – das versuchen wir! Ob ich mich traue, weiß ich noch nicht, aber sehen will ich sie auf jeden Fall. Die sind natürlich frei im Ozean, nicht im Becken – also mal schauen, ob an dem Tag überhaupt welche vorbeikommen.“
Wir drücken euch die Daumen! Und die Arbeit im Sommer?
„Der Laptop bleibt den ganzen Sommer in der Schule!“
Richtig so, liebe Frau Kraft!
Auf Instagram haben wir Frau Kraft noch drei „Quick Questions“ gestellt. Einfach mal HIER klicken und checken!
Wer bei Frau Kraft Unterricht hat, merkt schnell: Hier steckt Leidenschaft drin. Für sie ist Mode nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung – und genau diesen Spirit gibt sie Tag für Tag an ihre Schüler:innen weiter 🧡
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Oder schau mal in den Blogartikel „Modedesign-Ausbildung: Mehr als schöne Kleidung“.





